Der Text ist entnommen aus: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Traugott Bautz -Verlag

 

DÖPFNER, Julius: Erzbischof u. Kardinal, * 26.8. 1913 in Hausen bei Bad Kissingen, † 24.7. 1976 in München. - D. wurde als viertes von fünf Kindern geboren. Sein Vater war Hausdiener in einem Hotel im Kurort Bad Kissingen. 

Döpfners Elternhaus musste inzwischen einem Neubau weichen.

Das Schaukelpferd des kleinen Julius ist bis heute erhalten (Döpfner-Gedenkstätte Hausen)

1923 schon starb sein Vater, seine Mutter 1934. Kinder- und Jugendjahre waren nicht von Glück gesegnet. - Karl Forster sagt dazu: »Um so nachhaltiger prägten sich ihm aber die Eindrücke und Erfahrungen einer festen und nüchternen Gläubigkeit ein. Auch der Kardinal kam immer wieder auf Kernsätze einer ganz unsentimentalen, aber tief vertrauenden Frömmigkeit zurück, die ihm von seiner Mutter in Einnerung waren.« (in: J. Aretz, R. Morsey, A. Rauscher: Zeitgeschichte in Lebensbildern, Bd. 3, S. 261). - 1935 machte er das Abitur. Bischof Matthias Ehrenfried von Würzburg sandte D. ins Germanikum nach Rom. Am 29. Oktober 1939 wurde er in Rom zum Priester geweiht. 

Julius Döpfner als junger Priester

1941 promovierte er in Rom zum Doktor der Theologie. Mitten im Krieg kam D. in sein Heimatbistum Würzburg zurück. Hier wirkte er als Kaplan an verschiedenen Orten, erlebte die Not der schweren Luftangriffe, vor allem den Angriff am 16. März 1945 auf Würzburg. Ab. April 1946 war er Subregens am Priesterseminar in Würzburg. Am 10. August 1948 ernannte ihn Pius XII. zum Bischof von Würzburg.

Am 10. August 1948 wurde Döpfner Bischof seiner Heimatdiözese Würzburg. Er war damals der jüngste Bischof der katholischen Kirche.

Am 14. Oktober 1948 empfing er die Weihe in Würzburg. Sein Ziel war es, das Bistum Würzburg in verschiedenster Art und Weise aufzubauen - materiell und geistig-geistlich. Er wollte ein echter Volksbischof sein - und da schonte er sich und andere nicht. Am 15. Januar 1957 ernannte ihn Pius XII. zum Bischof von Berlin. Er war Nachfolger von Bischof Wilhelm Weskamm. In besonderer Weise konnte sich D. auf dem Berliner Katholikentag 1958 als Bischof des Mutes und der Offenheit profilieren. 1958 wurde er von Johannes XXIII. ins Kardinalskollegium berufen. 

Mit Johannes XXIII. fühlte sich Julius Döpfner freundschaftlich verbunden. Er berief ihn 1958 mit nur 43 Jahren ins Kardinalskollegium.

Auch als Kardinal besuchte Döpfner seine Heimatgemeinde, so oft er nur konnte.

Die Begeisterung der Hausener Bevölkerung beim Empfang des frischgebackenen Kardinals war riesengroß.

 

Am 3. Juli 1961 wurde D. zum Erzbischof von München-Freising von Johannes XXIII. ernannt. Am 30. September 1961 erfolgte seine Inthronisation als Erzbischof von München-Freising. 1965 wurde er Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Seine eigentlich große Zeit war die Zeit des Zweiten Vaticanums. Hier hat er »inhaltlich und formal« (Klaus Wittstadt) die Kirchenversammlung sehr wesentlich geprägt. Nach Wittstadt hat D. auch »in hohem Maße gesamtkirchliche Verantwortung« wahrgenommen. Papst Johannes XXIII. kennzeichnete D. als einen Mann von hervorragender Frömmigkeit, scharfem Geist, großer Sach- und Menschenkenntnis. 

Das Döpfner ein Mann des Wortes war und Menschen überzeugen konnte, bewies er in vielen Diskussionen, wie hier bei der "Würzburger Synode"

Am Morgen des 24. Juli begab sich D. zu Fuß zu seinem Masseur. Auf der Straße überfiel ihn ein Unwohlsein, er kehrte sofort in sein bischöfliches Palais zurück und erreichte gerade noch die Pforte. Hier verschied er.

Im Pförtnerzimmer seines Palais starb Julius Kardinal Döpfner am 24. Juli 1976. Tausende nahmen Abschied vom in der Frauenkirche aufgebahrten Leichnam des Erzbischofs von München und Freising.

 

Werke (in Auswahl): Wort aus Berlin, 2 Bde. Berlin 1960/61; Reforn, als Wesenselement der Kirche (Akademievorträge der Katholischen Akademie in. Bayern 1). Würzburg 1964; In dieser Stunde der Kirche. Worte zum II. Vatikanischen Konzil, München 1967; Die Mitte unseres Glaubens. Christologische Ansprachen, München 1972.

Lit.: LThK3 Bd. II, Sp. 356-357 (K. Wittstadt); - K. Forster: Julius Kardinal Döpfner, in: Männer des Konzils, Würzburg 1965, 55 ff.; - O. Neisinger: Julius Cardinal Döpfner. Einnerung. Bildnotizen, Zitate. Würzburg 1976; - F. Bauer-K. Wagner (Hrsg.) Kardinal Döpfner. Leben und Wort 1913-1976, München 1976; - K. Forster: Julius Kard. Döpfner, in: J. Aretz-R. Morsey-A. Rauscher (Hrsg.): Zeitgeschichte in Lebensbildern, Bd. 3, Mainz 1979, 260-279; - Tewes (Hrsg.): Kardinal Julius Döpfner. Weggefährte in bedrängter Zeit. Briefe an die Priester, München 1986; - K. Wittstadt: Julius Kard. Döpfner und das 2. Vatikan. Konzil, in: WDGBl 53 (1991) 291-304.

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